Zum Beispiel Mireille*:

Mireille ist 17 Jahre alt und besucht zurzeit die Schule für Brückenangebote,
berufsorientierte Vorlehre (Schulunterricht kombiniert mit Praktikum in einem Betrieb).

Mireille kam im Alter von vier Jahren mit ihrer Mutter von Afrika in die Schweiz, wo ihre
Mutter in zweiter Ehe einen Schweizer heiratete. Sowohl für die Mutter als auch für den
Stiefvater ist es schwierig, S. bei der Berufswahl und Lehrstellensuche zu unterstützen.
Ihre Schulkameradinnen und -kameraden befinden sich in ähnlichen Situationen wie Mireille.

Die Schule empfand Mireille immer als mühsam. Erst in der berufsorientierten Vorlehre stiess
sie auf Lehrkräfte, die ihr Sinn, Zweck und die Lust am Lernen näher zu bringen vermochten.
Die Berufswünsche von Mireille blieben ambivalent. Kinderbetreuung oder doch lieber
Gastronomie? Am ersten Praktikumsplatz in einem Restaurant bekundete Mireille Mühe
mit den unregelmässigen Arbeitszeiten und sie wurde entlassen.

Während eines Praktikums in einem Altersheim entdeckte Mireille, dass ihr der Umgang
mit betagten Menschen liegt und sie entschloss, eine Ausbildung im Pflegebereich anzustreben.
Für die Lehrstellensuche liess sie sich von einer Mentorin begleiten. Lehrer und Mentorin
sprachen ab, wer welche Aufgaben und Funktionen übernimmt.
Das Erstellen von Bewerbungsschreiben wurde in der Schule begleitet, die Suche nach
einem Ausbildungsplatz von der Mentorin unterstützt. Mireille verschickte über 40 Bewerbungen
für eine Schnupperwoche, erhielt jedoch nur Absagen und war entsprechend niedergeschlagen.
Ihre Mentorin nahm schliesslich mit einer der Institutionen Kontakt auf und erkundigte sich nach
dem Grund für die Absage. Antwort: Es liege weder an der dunklen Hautfarbe von Mireille noch
an ihren Schulleistungen, man bevorzuge eben Schweizerinnen.

Mireille hat einen Schweizer Pass und die Mentorin erwirkte, dass sich Mireille bei der
Institution vorstellen konnte. Gemeinsam bereiteten Mireille und ihre Mentorin das
Vorstellungsgespräch vor: Wie könnte es verlaufen? Auf welche Fragen sollte Mireille
gefasst sein? Wie konnte sie geschickt auf Fragen nach ihrer Herkunft reagieren?
Welche Kleidung war für ein Vorstellungsgespräch angebracht? Das Gespräch verlief sehr gut
und Mireille bekam eine Lehrstelle angeboten, unter der Voraussetzung, auch während der
Lehre von ihrer Mentorin begleitet zu werden.
Diesem Wunsch kam die Mentorin gerne nach.

*Name geändert

Zum Beispiel Gökhan

Zum Beispiel Gentiana

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